Wespen und Hornissen gehören wie die Bienen zu den Hautflüglern. Jeder kennt sie und den meisten Menschen sind Wespen lästig und unangenehm. Viele kennen sie wahrscheinlich als diese gelb-schwarzen Nervlinge, die im Sommer unangemeldet vom Grillbuffet naschen, aus fremden Bechern trinken und dann auch noch böse werden wenn man sie des Ortes verweist.

In Deutschland leben 13 staatenbildende Faltenwespenarten und einige hundert solitär lebende Arten.  Nur zwei dieser Arten sorgen allerdings für den schlechten Ruf der gesamten Familie.  Die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe.

Alle anderen Arten werden normalerweise gar nicht, oder nur durch ihre Nester wahrgenommen. Leider wird mit einem gesichteten Nest oftmals “das Problem” auf der Frühstücksmarmelade assoziiert.

-Oder sie werden gar nicht erkannt. Ich bin recht erschrocken darüber, wie viele Menschen es gibt, die eine Wespe nicht von einer Biene unterscheiden können und ich weiß nicht zu wie vielen “Bienenschwärmen” ich in den letzten Jahren gerufen wurde, bei denen es sich tatsächlich um Wespennester gehandelt hat.

Tatsächlich ist ein offen gebautes Nest  in vielen Fällen allerdings vollkommen unproblematisch. Sieht man ein offenes Nest, ist das (meist) nicht den 2 lästigen Wespenarten zu zu weisen. Diese bauen im Dunklen!

Generell kann man also sagen, dass sich die deutsche und gemeine Wespe nur an Orten ansiedelt, an denen Sie ihre Zeitung nicht mehr lesen können. Beispielsweise dunkle Geräteschuppen, Dachstuhl oder im Boden, in Mäuselöchern.

Bei störenden Nestern sollte man “das Problem” nicht selbstständig in die Hand nehmen, oder zu Vernichtungssprays greifen. Zum einen ist es nicht sonderlich gesundheitsfördernd, zum anderen kann solch ein Versuch mit einigen Stichen enden. Außerdem sind Wespen geschützte Wildtiere, die Hornisse sogar besonders geschützt. Eine Entfernung, ohne triftigem Grund und Fachkenntnis, wird in NRW mit einer Geldstrafe von bis zu 50.000 Euro belegt. (In anderen Bundesländern ist es teilweise günstiger) 

Häufig wird dazu geraten sich an Imker zu wenden. Diese haben zumindest die Schutzausrüstung, die wenigsten jedoch den Nachweis der Fachkenntnis. Selbiges gilt sogar für viele Schädlingsbekämpfer. Eine Entfernung oder Umsiedlung ist in solchen Fälle schlichtweg illegal, mit evtl. o.g. Folgen. Ganz abgesehen von den unverschämten Gebühren, die Schädlingsbekämpfer für den Griff zum Insektenspray verlangen.

Zusätzlich hat sowohl eine Entfernung, wie auch eine Umsiedlung ausschließlich in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde zu erfolgen. (Hier gibt es allerdings je nach Sachbearbeiter unterschiedliche Absprachen und Freiräume für die Wespenberater)

Der sicherste, günstigste, und legale, Weg ist dementsprechend einen Wespen- und Hornissenberater um Rat zu bitten oder sich an die zuständige Untere Naturschutzbehörde zu wenden. Dort liegen Listen mit zertifizierten Fachkundigen aus. Ein Großteil der Berater machen diesen Job aus Überzeugung und Hobby in der Freizeit und beraten kostenlos, oder vor Ort gegen Fahrkostenerstattung. Kleinere Korrekturmaßnahmen werden dann meist gegen Materialkostenerstattung unmittelbar erledigt. Es ist also nicht nur der legale, sondern auch der sicherste, schnellste und günstigste Weg.

In vielen Fällen ist eine Vernichtung des Nestes vollkommen sinnlos.  Man kann die Nester absperren (auch in Gerätehäusern) und die Tiere von den Personen abgrenzen oder ihre Einfluglöcher verlegen. Ist dieses nicht möglich bleibt in den meisten Fällen auch eine Umsiedlung offen.

Hierzu wird das Nest incl. der Wespen/Hornissen “einfach” entnommen und an entfernter Stelle wieder ausgesetzt. Dies vorzugsweise in Waldgebieten oder anderen entlegenen Orten.

Der letzte Schritt ist dann erst eine Vernichtung des Volkes.

Warum dieser Aufwand ?

Wespen sind entgegengesetzt zu ihrem Ruf als lästige “Mistviecher” die Gesundheitspolizei der Insekten. Sie ernähren ihre Larven beispielsweise von Mücken, Fliegen und Aas. Bei Zählungen kam man bei 60 Wespen auf 226 Fliegen in einer Stunde, die in das Nest eingebracht wurden.  Das entspricht bei einem starken Volk von 600 Wespen, an einem Sommertag mit 10 Flugstunden etwa 22600 Fliegen und Mücken. Ein starkes Hornissenvolk verspeist etwa 500 Gramm Insekten.

 An einem Tag !  

Spätestens hier stellt sich die Frage, ob man lieber mit tausenden Mücken leben möchte, oder ob man sich auch damit abfinden kann beim Sonnenbaden einen Bierdeckel auf ein Glas mit süßem Inhalt zu legen, um keine Wespe zu verschlucken.

Zusätzlich sollte man sich vor Augen halten, daß es nicht sehr effektiv ist ein Nest, was nur persönlich lästig ist,  zu entfernen. Was bringt es, wenn man ein Nest unter dem Dachstuhl entfernt und in der unmittelbaren Nähe noch zig andere Völker leben? Diese Tiere bleiben nicht nur in unmittelbarer Umgebung zum Nest sondern fliegen etwa 3 Km weit.

Die Antwort auf ein entferntes Nest kann sich wahrscheinlich jeder selbst vorstellen.

In meinen Augen ist das oftmals unnötig, unnütz, Sie werden noch mehr von Mücken geplagt, und es schadet in gewissem Maß der Umwelt.

Triftige Gründe wie Allergien und unmittelbare Gefahren, die von einem Nest ausgehen, sind selbstverständlich abzuwägen und dementsprechende Maßnahmen durchaus gesetzeskonform und legitim.

Zumindest bei echten Allergikern. Nicht aber das Argument “Der Opa von meiner Freundins Tante kennt einen Allergiker, der eventuell Weihnachten zu Besuch kommt….”

-Bis dahin existiert das Nest naturgemäß nicht mehr.  😉

Bei Problemen mit diesen Tierarten können Sie gerne auch mit mir Kontakt aufnehmen. (Kontaktformular, oder auch telefonisch) Es findet sich ein Weg der für alle Beteiligten ohne Sterbefälle ausgeht!

Der Fachkundenachweis als Wespen- und Hornissenberater liegt mir selbstverständlich vor.

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